Mae Hong Son Loop

Chiang Mai

Unser Abenteuer beginnt eher entspannt. Wir schmeißen uns in den Touristentrubel der Altstadt, schlagen uns an den Straßenständen die Bäuche voll und suchen nebenbei ein passendes Gefährt für den Loop. Der ist anfangs von Motorradfahrern “entdeckt” worden und führt auf über 600 Kilometern und 1863 Kurven durch den Nordwesten Thailands. Bei “Pop Car Rent” (haha) finden wir einen Pick-Up mit Gastank auf der Ladefläche und sind sofort verliebt. Am nächsten Tag kann es also losgehen.

Doi Inthanon

Links fahren kannte ich schon, die Automatik macht es noch viel einfacher. Nur das Blinken klappt nicht, ich winke den anderen beim Abbiegen lieber mit dem Scheibenwischer zu. Wir haben uns für den Loop im Uhrzeigersinn entschieden, der erste geplante Zwischenstopp ist der höchste Berg Thailands, Doi Inthanon, immerhin 2.565 Meter hoch. Zu viele Wasserfälle säumen den Weg, wir halten bei jedem zweiten.
Oben angekommen ist es neblig, nass, voll und etwa 7°C kalt. Viel zu sehen gibt es nicht, das Highlight des Loops ist aber ohnehin die Fahrt selbst, immer wieder gibt es schönste Aussichten.

Mae Chaem

Mae Chaem, weiter geht es am ersten Tag nicht, es wird langsam dunkel. Wir suchen uns ein Zimmer, es trägt ein bisschen zu unrecht den Titel “VIP Deluxe”, finden ein überraschend gutes Restaurant, Mangsavirat, Chang Bier, läuft.
Am nächsten Morgen frühstücken wir auf der Ladefläche des Pick-Ups und mit fantastischer Aussicht, bevor wir Richtung Mae Hong Son starten. Kurios: unser Fahrzeug hat zwar eine Klimaanlage, aber keine Heizung. Und morgens ist es doch relativ frisch. Da wird man wach.
Auf relativ kleinen Straßen fahren wir durch Felder wilder Sonnenblumen, die die Hänge ergelben lassen, zum Mae Surin Wasserfall, auf noch kleineren, steileren und kurvigen Straßen in ein Dorf mit dem Namen “Ban Meo Microwave” und kommen erst im Dunkeln in Mae Hong Son an.

Mae Hong Son

Das Leben ist langsam hier und das Hotelzimmer sehr schön. Zeit, (trotz Automatik) einen Gang runterzuschalten. Das Pad Thai auf dem Nachtmarkt ist extrem lecker, übrigens. Tagsüber machen wir mit gemischten Gefühlen einen Ausflug in ein Dorf der Langhals-Frauen, Padaung, die uns teilweise freundlich empfangen, aber trotzdem gemischte Gefühle hervorrufen. Irgendjemand empfiehlt uns, in das chinesische Dorf Ban Rak Thai zu fahren, aber außer ein paar Tee-Läden gibt es hier nichts. Vielleicht deswegen.

Pindabat

Wir stehen früh auf, also so richtig früh, vor dem Frühstück, um den Markt zu besuchen und treffen dabei auf Mönche beim “Pindabat”, dem täglichen Almosengang. Das frühe Aufstehen lohnt sich, denn es gibt frische Waffeln mit Kokos auf dem Markt und ich kann ein paar Fotos von den Mönchen machen.

Soppong / Tham Lot Cave

Letzter Halt: Soppong, oder auch Pang Mapha. Der Ort sehr unspektakulär, umso schöner aber die Umgebung. Die Höhle ist riesig und stockdunkel. Zum Glück hat unsere Führerin, ohne die man nicht in die Höhle darf, eine Lampe dabei. Jahrtausendealte, spannende Gesteinsformen werden höchst wissenschaftlich erklärt: “See? Look like broccoli!”. Die Höhle bietet auch Unterschlupf für große Mengen Schwalben und Fledermäuse, denen man abends beim Rein- und Rausfliegen zusehen kann.

Chiang Mai

Sechs Tage später kommen wir wieder in Chiang Mai an, geben das Auto ohne Schäden ab und fahren mit dem Nachtzug in 14 Stunden weiter nach Bangkok. 14 Stunden, in denen man nicht viel mehr machen kann als aus dem Fenster zu gucken oder zu schlafen; ich find’s toll, Bangkok wird noch aufregend genug.